Krankheitsbilder
Cauda-equina-Syndrom
Das Cauda-equina-Syndrom (CES) ist eine seltene, aber schwerwiegende neurologische Erkrankung, die durch eine Kompression der Cauda-equina-Nervenwurzeln am unteren Ende des Wirbelkanals verursacht wird. Diese Nervenwurzeln steuern die motorischen und sensorischen Funktionen in den unteren Gliedmaßen sowie die autonome Kontrolle von Blase, Darm und Sexualfunktionen. CES gilt als neurochirurgischer Notfall, da eine verzögerte Behandlung zu irreversiblen neurologischen Schäden führen kann, darunter zu dauerhaften Funktionsstörungen von Blase und Darm.
Ehlers-Danlos-Syndrom
Das Ehlers-Danlos-Syndrom umfasst ein Spektrum von erblichen Bindegewebserkrankungen, die durch Hautbrüchigkeit, Gelenküberbeweglichkeit und Gewebeschwäche gekennzeichnet sind. Derzeit sind dreizehn Subtypen anerkannt, wobei hypermobiles EDS (hEDS), klassisches EDS (cEDS) und vaskuläres EDS (vEDS) am häufigsten vorkommen. Mehr als 50 % der Patientinnen und Patienten mit hEDS berichten über chronische gastrointestinale Symptome, darunter Blähungen, Bauchschmerzen, Reflux, Übelkeit, ein schnelles Sättigungsgefühl, Verstopfung und Dyspepsie.
Reizdarmsyndrom (IBS - Irritable Bowel Syndrome)
Das Reizdarmsyndrom kann zu unregelmäßigen Stuhlgewohnheiten, Stuhldrang und Bauchbeschwerden führen, die sich alle auf die Darmfunktion auswirken. Die Medizin kann strukturierte Routinen und unterstützende Therapien dafür einsetzen, die Symptome zu stabilisieren. In ausgewählten Fällen kann eine Darmspülung Patientinnen und Patienten dabei helfen, eine regelmäßigere Darmentleerung zu erreichen.
Low Anterior Resection Syndrome (LARS)
LARS ist die Bezeichnung einer Gruppe von Darmbeschwerden, die nach einer operativen Entfernung des Rektums auftreten, in der Regel nach einer tiefen vorderen Resektion bei Rektumkarzinom. Die Erkrankung entsteht, weil die Fähigkeit des Enddarms, Stuhl anzusammeln, erheblich eingeschränkt wird und die normale Koordination der Darmfunktion durch Veränderungen der Nervenbahnen während einer Operation oder Strahlentherapie beeinträchtigt sein kann.
Gesundheit von Frauen
Menopause, Entbindung und Geburtstrauma
In verschiedenen Lebensphasen einer Frau gibt es eine Reihe von körperlichen und hormonellen Veränderungen, die sich auf die Darmgewohnheiten auswirken können. Außerdem können zum Beispiel Entbindungen, die Menopause sowie Erkrankungen wie eine Rektozele auf die Darmgewohnheiten Einfluss nehmen.
Multiple Sklerose (MS)
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS), die in erster Linie das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Sie wird als Autoimmunerkrankung klassifiziert, was bedeutet, dass es sich um eine abnormale Reaktion des körpereigenen Immunsystems handelt und nicht um eine Infektion oder einen rein genetischen Defekt. Bei MS greift das Immunsystem fälschlicherweise Bestandteile des zentralen Nervensystems (ZNS) an.
Rückenmarksverletzungen
Neurogene Darmfunktionsstörungen
Eine Rückenmarksverletzung (SCI) tritt auf, wenn das Rückenmark beschädigt wird, was die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper stört. Diese Schäden können durch Traumata wie Auto- und Motorradunfälle, Stürze, Sportverletzungen oder Gewalt verursacht werden. Sie können auch ohne Traumata auftreten, beispielsweise aufgrund von Infektionen, Tumoren oder vaskulären Ereignissen, also Problemen mit der Blutversorgung. Die Verletzung, ob traumatisch oder nicht, beginnt mit der anfänglichen Schädigung, die im Laufe der Zeit durch Schwellungen und Entzündungen verstärkt werden. Eine Rückenmarksverletzung kann die Bewegungsfähigkeit, das Gefühl, die Kontrolle über Blase und Darm sowie andere Körperfunktionen beeinträchtigen. Der Schweregrad hängt davon ab, wie groß der Teil des Rückenmarks ist, der weiterhin funktioniert.


